Nachrichten > Bochum und Estland vereinbaren engere Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitswirtschaft
Gemeinsam die Gesundheit der Menschen verbessern: Im Deutschen Bergbaumuseum unterzeichneten Vertreter aus Bochum und Estland das gemeinsame Memorandum of Understanding.Donna und der Blitz GmbH

Bochum und Estland vereinbaren engere Zusammenarbeit im Bereich Gesundheitswirtschaft

Mit einem Memorandum of Understanding legen die Stadt Bochum und die Republik Estland die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit. 

Oberbürgermeister Jörg Lukat und der estnische Minister für Wirtschaft und Industrie, Erkki Keldo, haben am Montag (13. Juli) ein Memorandum of Understanding (MoU) unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, Forschung, Innovation und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen beiden Standorten im Bereich der Gesundheitswirtschaft gezielt zu stärken.

Die Partnerschaft knüpft an eine Delegationsreise der Bochum Wirtschaftsentwicklung nach Tallinn im Junidieses Jahres an. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft wurden dort erste Kontakte zu estnischen Akteurinnen und Akteuren geknüpft und Potenziale für eine vertiefte Zusammenarbeit in der Gesundheitswirtschaft sowie in weiteren Zukunftsfeldern identifiziert.

Translationale Medizin und psychische Gesundheit

Das nun unterzeichnete Memorandum schafft die Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit zwischen beiden Standorten im jeweiligen Gesundheitscluster. Es soll gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte ermöglichen, Innovationspartnerschaften fördern sowie Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen enger miteinander vernetzen. Erste gemeinsame Themen sind translationale Medizin sowie psychische Gesundheit.

„Bochum setzt auf den engen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie auf starke internationale Partnerschaften. Wer Wissen, Erfahrungen und Perspektiven teilt, kann Innovationen schaffen, von denen letztlich Forschung, Unternehmen und vor allem die Menschen profitieren. Estland gehört zu den international führenden Standorten für digitale Gesundheitslösungen. Wir wollen voneinander lernen und gemeinsam neue Impulse für die Gesundheitswirtschaft setzen“, sagt Oberbürgermeister Jörg Lukat.

Laut dem estnischen Wirtschafts- und Industrieminister Erkki Keldo beruht der Erfolg Estlands im Bereich der digitalen Gesundheit auf einer engen Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und dem öffentlichen Sektor. „Die Zusammenarbeit mit Bochum verbindet zwei starke Innovationsökosysteme und schafft neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Lösungen in den Bereichen Gesundheitsdaten, künstliche Intelligenz und personalisierte Medizin. Wir hoffen, dass aus dieser Partnerschaft konkrete Forschungsprojekte, neue unternehmerische Möglichkeiten und Lösungen entstehen, die die Gesundheit der Menschen sowohl in Estland als auch international verbessern“, erklärte Keldo.

Digitale Gesundheitsdienstleistungen und KI-gestützte Anwendungen

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen Themen wie die Nutzung von Gesundheitsdaten, digitale Gesundheitsdienstleistungen und KI-gestützte Anwendungen. Inhaltliche Schwerpunkte sind unter anderem die Erforschung von Long COVID und anderen postakuten infektiösen Syndromen, digitale Angebote im Bereich Mental Health sowie die Vernetzung von Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Startups.

Auf Bochumer Seite sind insbesondere die Bochum Wirtschaftsentwicklung mit ihrer Agentur GesundheitsCampus Bochum sowie die Ruhr-Universität Bochum als Umsetzungspartner eingebunden. Auf estnischer Seite ist der Tartu Biotechnology Park mit seinen wissenschaftlichen Einrichtungen und estnischen Unternehmen der zentrale Partner. Gemeinsam sollen künftig Forschungskooperationen entwickelt und Innovationspartnerschaften zwischen Wirtschaft und Wissenschaft in beiden Standorten aufgebaut werden.

Mit der Vereinbarung stärkt Bochum seine internationale Position als Standort der Gesundheitswirtschaft und baut sein Netzwerk mit einem der weltweit führenden Länder im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitswesens weiter aus.

Foto: v.l.n.r.: Dr. Jaanus Pikani (Tartu Biotechnology Park), Johannes Peuling (Agentur GesundheitsCampus Bochum), Leana Kammertöns (Enterprise Estonia), Jörg Lukat (Oberbürgermeister Stadt Bochum), Erkki Keldo (Minister für Wirtschaft und Industrie der Republik Estland), Dr. Thomas Wollinger (Bochum Wirtschaftsentwicklung), Prof. Dr. Günther Meschke (Ruhr-Universität Bochum)