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Hebammenwissenschaftlerin Prof. Dr. Rainhild Schäfers freut sich über die erste Leitlinie, die Hebammen und Ärzt*innen gemeinsam auf höchstem Qualitätsniveau erarbeitet haben. Foto: hsg Bochum

Schäfers: „Leitlinie stellt ein absolutes Novum dar“

Nach fünfjähriger Entwicklungsarbeit wurde am 6. Januar 2021 die Leitlinie ‚Die vaginale Geburt am Termin‘ auf dem Portal der Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlich medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) veröffentlicht.

Federführende Fachgesellschaften der Leitlinie der Klassifikation S3 sind die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) und die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e.V. (DGHWi). Seitens der DGHWi koordinierte Prof. Dr. Rainhild Schäfers, Leitung des Studienbereichs Hebammenwissenschaft der Hochschule für Gesundheit in Bochum, gemeinsam mit ihrem ärztlichen Kollegen Prof. Dr. Michael Abou-Dakn (Koordinator der Leitlinie für die DGGG), Ärztlicher Direktor des Sankt Joseph Krankenhauses in Berlin Tempelhof und Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe dort, die Entwicklung dieser Leitlinie.

Gleichzeitig waren beide auch als Autor*innen tätig und übernahmen die redaktionelle Bearbeitung sowohl der Leitlinie als auch des Leitlinienreports. Mit zum Redaktionsteam gehörte außerdem Nina Peterwerth, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin im Studienbereich Hebammenwissenschaft der hsg Bochum.

„Die Leitlinie stellt ein absolutes Novum dar. Erstmals haben Hebammen und Ärzt*innen gemeinsam eine Leitlinie auf höchstem Qualitätsniveau initiiert und gemeinsam mit der Bundeselterninitiative Mother Hood entwickelt“, so Schäfers.

Die Leitlinie 015-083 ‚Die vaginale Geburt am Termin‘ ist die erste Leitlinie im deutschsprachigen Raum, die sich diesem Thema widmet. An ihrer Entwicklung beteiligt waren außerdem sowohl deutsche als auch österreichische und schweizerische Fachgesellschaften und Berufsverbände. Sie enthält unter anderem wissenschaftlich fundierte Empfehlungen zu Themen wie dem Monitoring und Schmerzmanagement während der Geburt oder auch der Eins-zu-Eins-Betreuung durch Hebammen.
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Michael Abou-Dakn hofft Rainhild Schäfers, dass die wissenschaftliche interdisziplinäre Zusammenarbeit mit dieser Leitlinie gerade erst begonnen hat. „Wir freuen uns schon jetzt auf gemeinsame Forschungsprojekte, die wir mit dieser Leitlinie hoffentlich angestoßen haben. An Ideen mangelt es uns beiden diesbezüglich nicht“, sagte Schäfers.

Die Leitlinie ist in ihrer Kurz- und Langversion sowie dem dazugehörigen Leitlinienreport auf der Homepage der AWMF zu finden.

Hier geht es zur Pressemitteilung der federführenden Fachgesellschaften.

In der Folge 1 des Podcasts ‚Am Nabel der Zeit‚ erläuterte Rainhild Schäfers, die auch schon an der S3-Leitlinie Kaiserschnitt mitgewirkt hatte, was eine Leitlinie ist und wie diese entsteht.