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ie Teilnehmenden an der hsg Bochum wurden von Dr. Jens-Christian Schwindt, der sich aus Wien per Videokonferenz zugeschaltet hatte, darin geschult, den Frühgeborenen-Simulator einzusetzen. Foto: hsg Bochum/ck

Bei Paul setzte an der hsg Bochum die Atmung ein

‚Paul‘ ist neu an der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum). Der Frühgeborenen-Simulator wurde im Rahmen des NRW-Programms ‚FH-Basis‘ finanziert und von hsg-Hebammenwissenschaftlerin Prof. Dr. Martina Schlüter-Cruse eingeworben.

„Frühgeburten stellen besondere Anforderungen an die interdisziplinäre Zusammenarbeit der beteiligten Akteur*innen aus dem Gesundheitswesen. Die Anschaffung des Frühgeborenen-Simulators Paul zielt darauf ab, die Handlungskompetenz von Studierenden der Hebammenkunde beim kritischen Ereignis ‚Frühgeburt‘ zu erweitern sowie die interprofessionelle Zusammenarbeit zwischen Studierenden der Hebammenkunde, der Pflege und der Medizin weiter auszubauen. Außerdem wird damit das bereits vorhandene Skills-Lab-Konzept im Studienbereich Hebammenwissenschaft der hsg Bochum um das Frühgeborenen-Simulationstraining erweitert“, sagte Martina Schlüter-Cruse.

In den so genannten Skills-Labs der hsg Bochum können Studierende das gelernte Wissen praktisch einsetzen und stressfrei zum Beispiel an Simulatoren Handlungsabläufe einüben. Die Skills-Labs sind speziell eingerichtete Trainingsräume, in denen berufliche Situationen mit moderner und realitätsnaher Ausstattung nachgestellt werden. So gibt es an der hsg Bochum zum Beispiel einen komplett eingerichteten Kreißsaal, eine seniorengerechte Wohnung, ein Ganglabor und eine Erwachsenen-Intensivstation.

Schlüter-Cruse: „Der Einsatz eines Frühgeborenen-Simulators ist im Studium von Hebammen in Deutschland bisher nicht verbreitet. Wir haben in unserem Konzept an der hsg Bochum ein interprofessionelles Team eingebunden. Ich freue mich auf das gemeinsame Projekt mit den Kolleg*innen, so dass die Expertise unterschiedlicher Professionen bereits in der Planungsphase des Konzepts einfließen kann.“

An der Konzeptentwicklung beteiligt sind neben Projektleiterin Professorin Schlüter-Cruse, auch Dr. Carsten Krüger, Professor für Medizin mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Sandra Bachmann, Professorin für Pflegerische Versorgung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien, sowie Barbara Beck, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbereich Hebammenwissenschaft.

„Im nächsten Schritt werden die Trainings mit dem Frühgeborenen-Simulator Paul konzeptionell entwickelt, in die Lehre eingebunden und evaluiert. „Aus meiner beruflichen Erfahrung kann ich dem Trainingssimulator Paul eine hohe Qualität und Praxisnähe bescheinigen. Ich bin zuversichtlich, dass die Studierenden der Hebammenkunde, der Pflege und der Medizin dadurch deutlich besser auf ihre zukünftige klinische Arbeit vorbereitet werden“, so Carsten Krüger.

Am 14. September 2020 wurden Lehrende der Hebammenwissenschaft, der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, der Medizin sowie Studierende des Masterstudiengangs Evidence-based Health Care der hsg Bochum im Rahmen einer Schulung mit dem Frühgeborenen-Simulator vertraut gemacht. Per Videokonferenz erläuterte Dr. Jens-Christian Schwindt, Gründer und CEO der SIMCharacters GmbH sowie Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, der mit seinem Team den Frühgeborenen-Simulator ‚Paul‘ entwickelt hat, wie mit Paul gearbeitet werden kann.

„Der Frühgeborenen-Simulator ist eine Bereicherung für die Studierenden der Pflege, Hebammenkunde und Medizin und wird der steigenden Anzahl von zu früh geborenen Kindern gerecht. So können bereits in der Simulation gezielte Szenarien trainiert werden, die zur Verbesserung der Versorgung von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen in der Praxis beitragen“, so Dr. Sandra Bachmann.

Paul ist eine realistische Nachbildung eines in der 28. Schwangerschaftswoche frühgeborenen Kindes mit einem Gewicht von 1000 Gramm. So fühlt sich nicht nur die Haut wie die eines Frühgeborenen an, sondern Paul kann auch atmen und stöhnen. Der Simulator wird über einen Computer gesteuert und ist so konstruiert, dass durch die Nachbildung seiner Atemwege auch eine Intubation möglich ist, so dass besondere Versorgungsstrategien nachgestellt werden können.

Der Frühgeborenen-Simulator wurde im Rahmen des Programms ‚FH-Basis‘ von Martina Schlüter-Cruse eingeworben und durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW finanziert. Das Geräte-Programm 2019 richtet sich an neuberufene Professorinnen und Professoren, um diese beim Auf- und Ausbau ihrer Forschungsaktivitäten zu unterstützen. Schlüter-Cruse hatte im November 2018 ihre Professur für Hebammenwissenschaft im Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften an der hsg Bochum angetreten und einen entsprechenden Förderantrag gestellt.

 

 

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