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NRW-Kongress Telemedizin diskutiert telemedizinische Netzwerke als Behandlungsweg der Zukunft

Unter dem Motto „Versorgungsgerechtigkeit statt Wohnortzufall – Telemedizinische Netzwerke als Behandlungsweg der Zukunft“ veranstalten das ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin und die Deutsche Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed) am 17. Juni 2019 den ersten NRW-Kongress Telemedizin.

Dieser führt die Zielsetzung der etablierten „Frühjahrstagung Telemedizin“ in bewährter Tradition fort, und startet in diesem Jahr im Mercure Hotel Düsseldorf Süd.

Vor dem Hintergrund der jüngst vom Land Nordrhein-Westfalen vorgelegten Digitalstrategie, die u. a. die umfassende Digitalisierung im Gesundheitsbereich zum Ziel hat und eine Vernetzung der bis zu 120.000 Arzt- und Zahnarztpraxen, über 350 Krankenhäuser und bis zu 4.400 Apotheken sowie Pflegeheime und weitere Einrichtungen des Gesundheitswesens anstrebt, diskutieren hochkarätige Gäste aus Politik und Versorgung neue Versorgungsstrukturen für die digitale Gesundheitsversorgung – darunter Staatssekretär Dr. Edmund Heller vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Unter Berücksichtigung des aktuellen Referentenentwurfs zum Digitale Versorgung Gesetz (DVG) erhalten die Diskussionen eine besondere Relevanz.

Der Fachkongress lenkt dabei den Blick auf für den ländlichen Raum nötige Lösungswege sowie auf die Bildung von Zentren als notwendige Organisationsstruktur für telemedizinische Netzwerke. „Betrachtet man die aktuellen Entwicklungen, wird klar, dass unbedingt jetzt unser Handeln erforderlich ist. Wir müssen die Chancen für erhebliche Verbesserungen der Versorgungsqualität durch Telemedizin nutzen. Wie diese in unserem komplexen Gesundheitssystem erfolgeich umgesetzt werden können, diskutieren wir gemeinsam mit allen Besuchern und Experten beim NRW-Kongress Telemedizin“, so ZTG-Geschäftsführer Rainer Beckers.

Die beiden Themenblöcke der Veranstaltung greifen daher die Fragen auf: Wie lässt sich die Patientenbehandlung in ländlichen Gebieten zukunftssicher gestalten? Wo besteht Änderungsbedarf im Sinne der Patienten? Welche Rolle kann die Telemedizin spielen? Inwieweit Zentren als notwendige Organisationsstruktur für telemedizinische Netzwerke dienen können, steht danach im Fokus. Dabei werden aktuelle Ansätze aus der stationären Versorgungspraxis vorgestellt und diskutiert, wie Kliniken die Telemedizinzentren der Zukunft sein können und ob telemedizinische Netzwerke auch ein Weg für die ambulante Versorgung darstellen.

„Die starke Zergliederung der Gesundheitsversorgung muss in ein kooperatives Miteinander und gemeinsames Handeln aller Professionen im Gesundheitswesen umgekehrt werden. Von zentraler Bedeutung ist dabei der Aufbau sektorübergreifender Kooperationsformen wie z. B. telemedizinische Netzwerke mit neuen Abrechnungsformen und gemeinsamen Qualitätsmaßstäben“, betont Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care der Uniklinik RWTH Aachen und Vorstandsvorsitzender der DGTelemed.