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Kinder sind Opfer der Pandemie

Geschlossene Schulen, Kindergärten und Sportvereine sind enorme Belastungen für Kinder während der Pandemie. Fehlende körperliche Aktivitäten und die Trennung von Freund:innen und Mitschüler:innen sind die naheliegendsten Probleme.

ie Isolation in der Familie mit Homeschooling und HomeOffice erhöhte den Druck zusätzlich. In einer Studie des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigten die reinen Zahlen im ersten Lockdown jedoch eine geringere Fallzahl von Kindeswohlgefährdungen in den Kinderkliniken. Die Dunkelziffer sei durch Corona vermutlich enorm gestiegen, so die Interpretation von Dr. Jo Ewert, Kinderschutzmediziner in der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des UKE. Die soziale Kontrolle und Absicherung – etwa durch Schulen und Kitas – fehle, so dass Delikte seltener auffallen.

Wie lässt sich aber Kinderschutz in der Medizin besser verankern und die Kooperation aller Akteure verbessern? Das thematisiert unter anderem der zweite MeKidS.best Kongress.

Am 08. Dezember wird Dr. Jo Ewert in seiner Keynote die Studie und deren Konsequenzen erläutern. In der anschließenden Diskussion werden viele Professionen von der Medizin, über Bildung und Jugendhilfe bis zur Kriminalistik über die Herausforderungen reden und Möglichkeiten zur besseren Zusammenarbeit erörtern.

Des Weiteren wird in den anschließenden Vorträgen und Gesprächsrunden der aktuelle Zwischenstand des Projektes MeKidS.best und die daraus resultierenden Verbesserungen für den medizinischen Kinderschutz vorgestellt: Was lernen wir aus der Pandemie für den Kinderschutz?

Bei dieser virtuellen Konferenz werden die Referent:innen im Bochumer RuhrCongress diskutieren, während die Interessierten bundesweit per Stream zugeschaltet sind.

Mit dem gemeinsamen Impulspapier „Kinderschutz in der Medizin verankern!“ wenden sich die Deutsche Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM), der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und MedEcon Ruhr erstmals an die Öffentlichkeit. Dr. Uwe Kremer, Geschäftsführer MedEcon Ruhr, stellt den Impuls auf dem Kongress vor. Konkrete Forderungen an die Politik zeigen notwendige Anpassungen für das Gesundheitssystem auf.