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Prof. Dr. Daniela Holle gibt Tipps, was pflegende Angehörige von Demenz-Patient*innen tun können. Foto: hsg Bochum

Hilfe bei Verhaltensänderung bei Menschen mit Demenz

Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) und die Stiftung Gesundheitswissen haben Mitte September 2019 eine multimediale Informations-Kampagne zum Thema Demenz gestartet. Darin gibt hsg-Professorin Dr. Daniela Holle Hilfestellungen.

Zurzeit leben in Deutschland nach Angaben des ZQP etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Die häufigste Demenzform ist die Alzheimer-Demenz. Da sich viele Angehörige von demenzkranken Patient*innen nicht ausreichend über das Thema Demenz informiert fühlen und verunsichert sind, soll eine multimediale Informations-Kampagne helfen, mit frei zugänglichen Informationsangeboten die Bevölkerung aufzuklären.

Dr. Daniela Holle, Professorin für Gesundheits- und pflegewissenschaftliche Forschungsmethoden der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum), erklärt in dem Film ‚Diagnose Demenz‘ wie man mit herausforderndem Verhalten von Demenz-Patient*innen, etwa starker Unruhe oder Wut, umgehen kann. Zunächst erläutert Daniela Holle, was man unter „herausforderndem Verhalten“ versteht und wodurch es ausgelöst werden kann.

„In erster Linie sollte man versuchen, das Verhalten zu verstehen“, sagt Holle und rät, zunächst das Verhalten präzise zu beschreiben: „Wie häufig fällt das Verhalten auf? Welche Art des Verhaltens ist es? Ist es ein eher unruhiges Verhalten oder ein teilnahmsloses Verhalten?“ Dabei sollten die Angehörigen sich bewusst werden, in welchen Situationen dieses Verhalten auftritt: „Gibt es bestimmte Räume, wo es stattfindet? Oder in Anwesenheit von bestimmten Personen? Oder immer dann, wenn keiner da ist?“, führt Daniela Holle einige Fragen auf, denn nur über eine so konkrete Beschreibung des Verhaltens könne man Anhaltspunkte dafür erhalten, welche Ursachen dafür möglich sein können. Wenn man die Ursachen kenne, könne man gezielte Maßnahmen einleiten.

Wer Hilfe bei herausforderndem Verhalten eines demenzkranken Angehörigen sucht, dem empfiehlt Daniela Holle, „wenn man bereits Pflege in Anspruch nimmt, den Pflegenden zum Beispiel des ambulanten Pflegedienstes konkret auf solche Situationen anzusprechen oder, wenn ein Angehöriger in die Tagespflege geht, sich dort Hilfe zu holen. Aber auch der Hausarzt kann ein guter Ansprechpartner sein, beispielsweise um herauszufinden, ob körperliche Ursachen hinter dem Verhalten stecken“. Weiterhin verweist Holle auf die Unterstützung von regionalen Alzheimer Gesellschaften, die unter anderem Informationsveranstaltungen anböten. Außerdem könne man sich an pflegerische Beratungsstellen wenden.

Das Video der Informations-Kampagne ist hier zu finden.

Der Film ‚Diagnose Demenz‘ ist Teil eine Film-Reihe, in der neben Fachexpert*innen auch Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen über die Erkrankung und den Umgang damit sprechen.
Weitere Informationen zum Thema Demenz finden Sie auf der Webseite des ZQP.

Informationen über den Welt-Alzheimertag am 21. September 2019 finden Sie hier.