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Gruppenbild mit allen Geehrten und Laudatoren (von links): Ralf Erdmann, Hans-Joachim Trappe, Katrin Marcus, Kirsten Schmieder, Reinhard Hohlfeld, Aiden Haghikia, Ralf Gold, Nikolaus Pfanner, Andrea Tannapfel, Gert Muhr, Ulf Eysel, Theodor Senge, Horst Przuntek, Walter Gehlen © Michael Schwettmann

Die Bochumer Medizin: ein Erfolgsmodell

Mit zahlreichen Ehrungen hat die Medizinische Fakultät ihr Jubiläum groß gefeiert.

Sie ist von Beginn an etwas Besonderes gewesen, hat aus der Not eine Tugend gemacht und steht seit einem halben Jahrhundert für Innovation: Ihre 50-jährige Erfolgsgeschichte hat die Medizinische Fakultät der RUB am 18. Oktober 2019 mit rund 350 geladenen Gästen im Audimax der RUB gefeiert.

Zum Jubiläum hat die Fakultät besonders tief in die ideelle Schatztruhe gegriffen. Mit der Kortum-Medaille wurden gleich sechs verdiente Persönlichkeiten geehrt, zwei Ehrenpromotionen wurden verliehen. Die Festrede hielt der ehemalige Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens, Wolfgang Clement.

1961 fiel die Entscheidung für die Medizinerausbildung in Bochum; im Wintersemester 1969/1970 wurden die ersten 50 Studierenden eingeschrieben. Da es schnell gehen sollte, kooperierte man mit den nahe gelegenen Krankenhäusern, anstatt auf ein eigenes Klinikum zu warten, zunächst nur provisorisch. 1975 dann kam das Aus fürs Bochumer Universitätsklinikum: Dem Land fehlte das Geld. Man beschritt also neue Wege und gründete 1976 das Bochumer Modell, das 1998 als Bochumer Universitätsklinikum verstetigt wurde.

Die Studierenden profitieren durch eine besonders breit aufgestellte Ausbildung im klinischen Teil ihres Studiums.

Hervorragend in Lehre und Forschung

 

Im Laufe der Zeit hat sich die Medizinische Fakultät der RUB in Lehre und Forschung einen Namen gemacht. Sie hat die guten Erfahrungen aus einem Modellstudiengang inzwischen in das Regelstudium integriert und setzt damit konsequent auf ein praxis- und patientenorientiertes Medizinstudium mit einer Vernetzung einzelner Fächer zu einem problemorientierten Unterricht. In den letzten Jahren hat die Fakultät ihre Forschungsschwerpunkte weiter ausgebaut:

  • Proteinforschung
  • Neurowissenschaften
  • Onkologie

Zentrale Verbundprojekte mit Bochumer Beteiligung sind unter anderem das Proteinforschungszentrum Pure und das Zentrum für Proteindiagnostik (Prodi), die Sonderforschungsbereiche 874 „Integration und Repräsentation sensorischer Prozesse“ und 1280 „Extinktionslernen“, die Forschergruppe „Protein-Transport“, die International Graduate School of Neuroscience sowie das Promotionskolleg Rimur (Regulatorische Immunmechanismen).

Zum Jubiläum hat die Medizinische Fakultät acht Persönlichkeiten geehrt, die sich besonders um die Bochumer Medizin verdient gemacht haben. Mit der Kortum-Medaille wurden fünf ehemalige Bochumer Professoren und eine Professorin ausgezeichnet:

  • Prof. Dr. Ulf Eysel
  • Prof. Dr. Walter Gehlen
  • Prof. Dr. Gert Muhr
  • Prof. Dr. Horst Przuntek
  • Prof. Dr. Theodor Senge
  • Prof. Dr. Monika von Düring

Die Medaille, benannt nach dem Bochumer Arzt Karl Arnold Kortum, ist eine hohe Auszeichnung der Fakultät. Sie wurde in ihrer bisherigen Geschichte überhaupt erst zehn Mal verliehen, unter anderem an Johannes Rau und an die frühere NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer.
Ähnlich verhält es sich mit den Ehrenpromotionen: Erst sieben Mal hat die Fakultät bislang die Ehrendoktorwürde verliehen, nun sind anlässlich des Jubiläums gleich zwei Geehrte hinzugekommen:

Prof. Dr. Nikolaus Pfanner, Institut für Biochemie und Molekularbiologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Prof Dr. Reinhard Hohlfeld, ehemaliger Direktor des Instituts für Neuroimmunologie, Ludwig-Maximilians-Universität München