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Arbeiten im Hochsicherheitslabor der Uni Bern © IVI, Uni Bern

Corona-Klone helfen der Forschung

Mithilfe von Hefezellen konnte ein internationales Team unter Berner Führung Viren für die Forschung nachbauen.

Forschende der Universität Bern haben mit Beteiligung von Prof. Dr. Stephanie Pfänder von der Abteilung für Molekulare und Medizinischen Virologie der RUB das neue Coronavirus Sars-Cov-2 im Hochsicherheitslabor geklont. Die Klone helfen Labors weltweit, Coronaproben zu testen und neue Impfstoffe zu entwickeln sowie antivirale Medikamente zu testen. Darüber berichtet die Zeitschrift Nature am 4. Mai 2020.

In nur einer Woche nachgebaut

Viren sind auf eine Wirtszelle angewiesen, um sich zu vermehren – sie dringen in Körperzellen ein und programmieren diese so um, dass sie neue Viren herstellen. Im Berner Modell wurden Stücke des Erbguts des Coronavirus aus synthetischer DNA hergestellt und in Hefezellen wieder zusammengesetzt. Das Ergebnis war ein künstliches Hefe-Chromosom, auf dem die Erbinformationen des Virus gespeichert waren. Anschließend erzeugten die Forscherinnen und Forscher in vitro, also ohne Hefezellen, infektiöse RNA, die sie in tierische Zellen einschleusten. In diesen Zellen vermehrten sich dann neue, synthetische Coronaviren – die Klone waren entstanden.

Das Team baute das Virus innerhalb von nur einer Woche nach. Die Methode ermöglicht eine schnelle Reaktion auf neuartige und sich rasch ausbreitende Viren und deren Eigenschaften in Echtzeit – also noch während eines Ausbruchs.

Originalveröffentlichung

Tran Thi Nhu Thao et al.: Rapid reconstruction of Sars-Cov-2 using a synthetic genomics platform, in: Nature, 2020, DOI: 10.1038/s41586-020-2294-9