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BGW und CVcare ermitteln hohe Impfbereitschaft bei Beschäftigten in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Beschäftigte im Gesundheitsdienst und der Wohlfahrtspflege haben ein erhöhtes Risiko, sich während der Arbeit mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Doch anfänglich waren viele von ihnen skeptisch gegenüber den vorhandenen Impfstoffen. Hat sich das geändert?

Um dies herauszufinden, wurde über die Website der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in März und April eine Online-Befragung durchgeführt. Das Ergebnis: 84 Prozent der Befragten waren bereits geimpft oder hatten dies schnellstmöglich vor.

Online-Befragung zeigt hohe Impfquote

Die Befragung wurde vom Kompetenzzentrum für Epidemiologie und Versorgungsforschung in der Pflege (CVcare) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt. Dabei erhebt die Untersuchung keinen Anspruch auf Generalisierbarkeit oder Repräsentativität. Vielmehr sollte sie ein aktuelles Stimmungsbild zum Thema Impfen bei Beschäftigten in der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege ermitteln. Erstmals wurden dabei auch andere Berufsgruppen abgebildet, die ebenfalls beruflich häufige und zum Teil intensive Kunden- oder Patientenkontakte haben.

Von den 3.401 Teilnehmenden hatten 62 Prozent zum Befragungszeitpunkt mindestens eine Impfdosis erhalten. Weitere 22 Prozent wollten sich möglichst schnell impfen lassen. 7 Prozent warteten noch ab oder waren unentschlossen und 9 Prozent lehnten eine COVID-19-Schutzimpfung eher oder ganz ab. Die Impfquote und -bereitschaft war mit über 80 Prozent bei allen Berufsgruppen und Tätigkeitsbereichen hoch. Am höchsten war sie in den Pflegeberufen. In der Altenpflege waren mit 81 Prozent am meisten Beschäftigte bereits mindestens einmal geimpft, weitere 7 Prozent wollten sich impfen lassen.

Hauptgründe: andere und sich selbst schützen

Am häufigsten wurden die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer (54 Prozent) und AstraZeneca (41 Prozent) verabreicht. Von den noch nicht geimpften Befragten bevorzugten 55 Prozent mRNA-basierte Impfstoffe, nur 2 Prozent bevorzugten vektorbasierte Impfstoffe. Nach dem zwischenzeitlichen Impfstopp des AstraZeneca-Vakzins fiel dieser Trend noch eindeutiger aus. 23 Prozent war die Impfstoffwahl egal und weitere 21 Prozent der noch nicht Geimpften wollten sich mit keinem der zum Befragungszeitpunkt verfügbaren Impfstoffe impfen lassen.

Als Gründe für die Impfung nannten die Befragten am häufigsten, dass sie damit Patienten und Patientinnen, Familienangehörige und sich selbst schützen wollten. Außerdem wollten viele einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung leisten. Auch geplante Maßnahmenlockerungen spielten eine Rolle. Wer eine Impfung ablehnte, begründete dies am häufigsten mit der Unsicherheit über langfristige Folgen und Nebenwirkungen sowie Bedenken über Sicherheit und Wirksamkeit. Die wenigsten Befragten lehnten Impfungen grundsätzlich ab. Um die Impfbereitschaft zu steigern, hielten die Befragten ausführliche Informationen zu den Impfstoffen sowie nachweislich weniger COVID-19-Erkrankungen bei geimpften Kolleginnen und Kollegen für hilfreich. Weitere Lockerungen oder eine freie Impfstoffwahl könnten demnach ebenfalls die Impfbereitschaft steigern.