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Behandlung von intrakraniellen Aneurysmen

p64 MW Flow Modulation Device mit HPC-Beschichtungstechnologie

Die phenox GmbH, ein Pionier auf dem Gebiet innovativer Technologien zur Behandlung neurovaskulärer Erkrankungen, hat die europäische Markteinführung des neuen p64 MW Flow Modulation Device bekannt gegeben. Das Produkt erhielt im Januar 2020 das CE-Zeichen und ist mit der einzigartigen HPC-Oberflächenmodifikation (Hydrophilic Polymer Coating) erhältlich – einer neuen Technologie, die das Potenzial hat, die Patientenversorgung bei vaskulären Eingriffen zu revolutionieren.

Der p64 MW, ein von phenox entwickeltes stent-ähnliches Implantat der nächsten Generation, wird über dem Hals eines zerebralen Aneurysmas implantiert und soll den Blutfluss auf diese Weise in seinen ursprünglichen Verlauf zurückführen. Im Laufe mehrerer Monate wird so das erkrankte Gefäß rekonstruiert, wodurch das Aneurysma dauerhaft vom Blutfluss abgeschirmt wird. Zusätzlich zu der neuartigen HPC-Beschichtung verfügt der neue p64 MW über einzigartige Produkteigenschaften wie eine Struktur aus sogenannten DFT-Drähten für vollständige Röntgensichtbarkeit sowie einen unabhängig vom Implantat beweglichen inneren Draht. Der p64 MW ist 0,021″ Mikrokatheter-kompatibel was ihn zum Produkt mit dem geringsten Profil aller Flow Diverter mit 64er-Drahtanzahl macht.

Alle p64-MW-Implantate sind als unbeschichtete als auch als HPC-beschichtete Version erhältlich, die durch Nachahmung der intakten Gefäßwand zusätzliche Sicherheit für den Patienten bietet. „HPC reduziert die Thrombogenität unserer Produkte erheblich, indem es die natürliche Gefäßwand imitiert, ohne das in-vivo-Einwachsverhalten zu verändern“, sagt Dr.-Ing. Hermann Monstadt, geschäftsführender Gesellschafter und Gründer von phenox. „Mit der kürzlichen Einführung unseres p64 MW HPC sowie des p48 MW HPC und des pCONUS HPC Bifurkations-Aneurysma-Implantats ist es uns gelungen, diese Technologie bei einer ganzen Reihe von neurovaskulären Implantaten für den Langzeiteinsatz zu implementieren. Die Oberflächenmodifizierung von Stents mit HPC kann eine Mono-Therapie (sogenannte Mono Antiplatelet Therapy, MAPT) bei Patienten ermöglichen, für die eine doppelte Thrombozyten-Hemmung (DAPT) mit zwei Medikamenten ungeeignet ist (wie in einer kürzlich durchgeführten Fallstudie [1] gezeigt wurde).

Die Entwicklung der HPC Beschichtung und ihre Implementierung auf dem p64 MW Flow Diverter-System ist ein bedeutender Schritt hin zu einer verbesserten Patientenversorgung bei vaskulären Interventionen bei bis zu 30% der Patienten, bei denen die DAPT unwirksam oder kontraindiziert ist. Obwohl DAPT nach wie vor die Standardversorgung für Patienten mit Gefäßimplantaten ist, ermöglicht die reduzierte Thrombogenität mit HPC die Implantation des Implantats unter MAPT, sofern es keine nachgewiesene, alternative Therapieoption gibt.

[1] Colgan F, Aguilar Pérez M, Hellstern V, Reinhard M, Krämer S, Bäzner H, Ganslandt O, Henkes H. Vertebral artery aneurysm: ruptured dissecting aneurysm, implantation of telescoping p48HPC flow diverter stents under antiaggregation with ASA only. _Springer Nature Switzerland AG 2019. H. Henkes et al. (eds.), The Aneurysm Casebook, https://doi.org/10.1007/978-3-319-70267-4_80-1https://doi.org/10.1007/978-3-319-70267-4_80-1