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Prof. Dr. Marcus Lehnhardt – Bildnachweis: Bergmannsheil Bochum

Experten am Bergmannsheil warnen vor Handverletzungen und Verbrennungen durch Feuerwerk

Dieses Jahr wird es wieder laut: Nach zwei Jahren Feuerwerksverbot werden voraussichtlich viele Menschen zu Raketen, Knallern und Böllern greifen, um den Jahreswechsel zu feiern. Krankenhäuser und Notfallaufnahmen rechnen daher vermehrt mit Verletzungen durch unsachgemäßes Hantieren mit Feuerwerkskörpern. Expertinnen und Experten am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil warnen vor den Gefahren und möglichen schwerwiegenden Folgen.

Denn nicht wenige Menschen erleiden in der Silvesternacht komplexe Handverletzungen und Explosionstraumata, die dauerhafte Schädigungen und Funktionseinschränkungen bedeuten können. Wer sich schützen möchte, sollte daher nur geprüfte Feuerwerksware kaufen, keine Feuerwerkskörper in der Hand entzünden und stattdessen immer einen sicheren Abstand beim Anzünden von Raketen oder Böllern einhalten – und natürlich Kinder von Feuerwerkskörpern fernhalten.

„Das häufigste Szenario, dass wir hier in der Silvesternacht sehen, sind Patientinnen oder Patienten, denen ein Silvesterknaller in der Hand explodiert ist“, sagt Prof. Dr. Marcus Lehnhardt, Direktor der Universitätsklinik für Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Schwerbrandverletztenzentrum am Bergmannsheil. „Oft spielen Leichtsinn oder Alkoholkonsum dabei eine wichtige Rolle. Dass Menschen dann auch mit komplett zerfetzten Händen in unser Notfallzentrum eingeliefert werden, kommt leider immer wieder vor.“ Aber auch Verbrennungsverletzungen am Körper sind nicht selten, etwa durch fehlgesteuerte Silvesterraketen.

Tipps für das Feiern ohne Reue

Wer Silvester also ohne Reue feiern möchte, sollte beim Feuerwerk vorsichtig sein. „Kaufen Sie Feuerwerk nur im Fachhandel, nutzen Sie nur geprüfte Ware und lassen Sie die Finger von selbst gebastelten oder manipulierten Böllern“, warnt der Experte. Feuerwerkskörper sollten nicht in der Hand gezündet werden. Außerdem sollte die Ware sicher gelagert und nicht etwa in die Jackentasche gesteckt werden. Besondere Vorsicht gilt natürlich auch, wenn Kinder und Jugendliche in der Nähe sind: Sie sollten keinen Zugang zu Knallern und Böllern haben. „Und natürlich passen Alkoholkonsum und Hantieren mit Feuerwerk nicht gut zusammen, denn der Alkohol macht unvorsichtig und nachlässig“, erklärt Prof. Lehnhardt.