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Exkursionsgruppe in Tansania im Dodoma Regional Hospital nach Hospitationen der einzelnen Berufsgruppen. Foto: hsg

hsg-Exkursionsgruppe mit neuen Ideen aus Tansania zurück

Eine Gruppe aus zwei Professor*innen, zwei wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und fünf Student*innen aus dem Department für Angewandte Gesundheitswissenschaften der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) ist Anfang Dezember nach Tansania gereist.

Der Gruppe ging es bei der Exkursion vorrangig darum, Projekte zur Zusammenarbeit im Bereich der angewandten Gesundheitswissenschaften und des Gesundheitssystems anzubahnen und inhaltliche Schnittmengen herauszuarbeiten. Dr. Carsten Krüger, hsg-Professor für Medizin mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedizin, der die Exkursion initiierte und leitete, war vor Jahren selbst als Kinderarzt in Tansania tätig und ist mit dem Gesundheitssystem vertraut. Krüger: „Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeiter*innen im tansanischen Gesundheitssystem ist immens, zumal die Bevölkerung rasant wächst. Gerade im Bereich der akademischen Qualifizierung kann die hsg wertvolle Impulse geben.“

Erste Station des Aufenthalts war die Stadt Dar es Salaam. Dort besuchte die Exkursionsgruppe das Muhimbili National Hospital, das größte staatliche Krankenhaus in Tansania. Nach einer Fallvorstellung von den Bochumer wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Annette Schüller (Ergotherapie) und Silvia Gosewinkel (Logopädie) vor Kinderärzt*innen und Therapeut*innen ergab sich die Möglichkeit, die Therapiebereiche des Krankenhauses anzusehen und mit den Therapeut*innen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Dort sind Physiotherapeut*innen, Ergotherapeut*innen und ein Logopäde beschäftigt, die sich über den Besuch und den Austausch freuten. „Informativ war auch der Austausch mit den Vertreter*innen des tansanischen Berufsverbandes“, so Prof. Dr. Philipp Eschenbeck, Leiter des Studienbereichs Ergotherapie der hsg Bochum. „Die entstandenen Kontakte werden wir weiter pflegen und perspektivisch können wir uns gut Auslandspraktika in den verschiedenen Einrichtungen vorstellen“, ergänzt Annette Schüller, Praxiskoordination im Studienbereich Ergotherapie.

Eine weitere Station in Dar es Salaam war das Comprehensive Community Based Rehabilitation in Tansania (CCBRT). Dort gab es die Möglichkeit, die Physiotherapie und Ergotherapie zu besuchen sowie den Bereich der Prothetik und Orthesenversorgung, in dem Prothesen, also der künstliche Ersatz von fehlenden oder unvollständig ausgebildeten Körperteilen, konstruiert und gefertigt werden und in dem es um die Versorgung mit Schienen geht. Anschließend gab es weitere Gespräche mit der CCBRT-Academy über die Weiterbildung im Gesundheitswesen.

Die nächste Station war die Hauptstadt Dodoma. Dort konnte die Gruppe sich verschiedenste Gesundheitseinrichtungen in der Stadt anschauen. Dazu gehörten das Dodoma Regional Referral Hospital, das Dodoma Christian Medical Center, das St. Gemma Hospital und das Village of Hope (eine Einrichtung spezialisiert für Menschen mit HIV) sowie die auf dem Universitätsgelände gelegenen Krankenhäuser, das Benjamin Mkapa Hospital und das University Hospital. „Diese Besichtigungen ermöglichten uns einen guten Einblick in das Gesundheitssystem, da es sich um Krankenhäuser unterschiedlicher hierarchischer Stufen handelt“, berichtete Silvia Gosewinkel.

„Der Besuch des Mvumi Mission Hospitals vermittelte eine ganz andere Perspektive als die Krankenhäuser der Stadt. Das Hospital liegt sehr abgelegen im ländlichen Umfeld südlich der Hauptstadt. Es hat mit besonderen Herausforderungen zu kämpfen, zum Beispiel mit der erschwerten Erreichbarkeit und dem Mangel an Mitarbeiter*innen“, erklärte Carsten Krüger.

Bei mehreren Treffen mit verschiedenen Verantwortlichen der University of Dodoma (UDOM) gab es die Möglichkeit, die hsg Bochum und die Departments vorzustellen. Vor allem im Bereich der Pflege und Hebammenkunde besteht seitens der UDOM ein großes Interesse an einer möglichen Zusammenarbeit. Für die Ergotherapie, Physiotherapie und Logopädie gibt es derzeit noch keine Studiengänge an der UDOM. Hier wurden erste Ideen ausgetauscht.

Die Hospitationen, die die Studierenden und Mitarbeiter*innen im Dodoma Regional Hospital sowohl im Kreissaal als auch in der Therapieabteilung machen durften, wurden von den hsg-Vertreter*innen als besonders lehrreich eingeschätzt. „Geburt funktioniert ja eigentlich überall gleich. Aber es ist sehr spannend zu sehen, wie mit denselben Situationen in der Praxis doch ganz unterschiedlich umgegangen wird“, beschreibt Leonie Zander, hsg-Studentin der Hebammenkunde im fünften Semester, die die Arbeit vor Ort direkt beobachten und ein wenig mitwirken konnte.

 

Pressekontakt:hsg Bochum · Hochschule für Gesundheit - University of Applied Sciences, Gesundheitscampus 8, 44801 Bochum, Pressesprecherin Dr. Christiane Krüger, T +49 234 77727 - 124, M +49 151 27526542, Mail: Christiane.Krueger(at)hs-gesundheit.de, Web: www.hs-gesundheit.de, hsg-magazin, Facebook, Twitter, Instagram