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phenox – Projekt gewinnt Wettbewerb

14. Mai 2018 in Unternehmen, Wissenschaft

Umfangreiche Förderung für „AntiThromb“

Die Abbildungen zeigen ein Metallplättchen und Implantat der phenox vor und nach der Beschichtung. Nach der Beschichtung ist die Oberfläche hydrophil. Die Wassertropfen werden nicht länger vom Material „abgestoßen“. Foto: phenox

Das Projekt „AntiThromb“ ist Gewinner des KMU-NetC Wettbewerbes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und erhält eine umfangreiche Förderung aus Bundesmitteln. Ziel des Projekts ist die Entwicklung wegweisender, die natürliche Gefäßwand imitierender Beschichtungen für Implantate zur Behandlung von Hirn-Aneurysmen. Durch eine derartige Beschichtung ließe sich eine deutliche Reduktion der zurzeit notwendigen, lebenslangen Medikation erreichen.

Eine solche Medikation ist standardmäßig notwendig um beim Einsatz von Implantaten in die Hirnarterien eine Thrombusbildung zu verhindern. „Bei Patienten bei denen die Medikation nicht anschlägt oder aus anderen klinischen Erwägungen heraus nicht empfehlenswert ist, könnten entsprechend beschichtete Implantate eine vielversprechende Alternative darstellen“, so Dr.-Ing. Hermann Monstadt, Geschäftsführer der phenox GmbH. Die Herausforderungen in der Entwicklung einer solchen Technologie liegen in der Verarbeitung der innovativen Werkstoffkombinationen, der speziellen Beschichtungstechnologie, sowie in der Fertigung der filigranen Implantatstrukturen. Das Implantat wird dabei mittels Oberflächenbeschichtung für das Abwehrsystem des Körpers nahezu „unsichtbar“ gemacht, um thromboembolische Reaktionen zu vermeiden.

Das Gesamtvolumen des Förderprojektes „AntiThromb“ umfasst ca. 2,1 Mio. Euro und soll über insgesamt 24 Monate laufen. Neben der phenox GmbH, die seit über 10 Jahren Medizinprodukte zur neurovaskulären Schlaganfallbehandlung herstellt, sind die ebenfalls in Bochum ansässige femtos GmbH, ein auf miniaturisierte Laserpolierverfahren spezialisiertes Start-Up Unternehmen, die Ruhr-Universität mit dem Lehrstuhl für Werkstofftechnik, das Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum sowie das Leibniz- Institut für Analytische Wissenschaften – ISAS – e.V. Dortmund und die OxProtect GmbH mit Sitz in Münster an dem Projekt „AntiThromb“ beteiligt. Die Projektkoordination erfolgt durch den Cluster NanoMikroWerkstoffePhotonik.NRW.

Mit der Fördermaßnahme „KMU-NetC“ aus dem Zehn-Punkte-Programm „Vorfahrt für den Mittelstand“ stärkt das BMBF kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in regionalen Netzwerken und Clustern. Um neue Marktpotenziale zu erschließen, sind diese Unternehmen besonders gefordert, ihre Prozesse, Produkte und Dienstleistungen und Geschäftsmodelle kontinuierlich zu erneuern. Hilfreich ist dabei die enge Verzahnung mit anderen Unternehmen, Hochschulen oder Forschungseinrichtungen, die bereits ähnliche Innovationsstrategien entwickelt haben. Erfahrungen und Kompetenzen werden geteilt und so Innovationen im Mittelstand erleichtert und beschleunigt.