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Studierende üben an Schauspielern realitätsnah Grundlagen der Notfallversorgung ein – Bildnachweis: Sebastian Drolshagen

Perfektes Notfallmanagement von der Unfallstelle bis zur Klinikpforte

9. Mai 2018 in Kliniken

Bergmannsheil und SkillsLab Essen trainieren erstmals gemeinsam Studierende in der Versorgung Schwerverletzter

Bei der Versorgung von Schwerverletzten entscheidet schnelles, strukturiertes Handeln oft über Leben und Tod. Die notwendigen Kenntnisse und Handlungsroutinen vermittelt der Intensivkurs PHTLS – Prehospital Tauma Life Support, der jetzt erstmals vom BG Universitätsklinikum Bergmannsheil Bochum und dem Skills Lab der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen angeboten wurde. In dem international anerkannten Kurskonzept geht es um das Notfallmanagement im präklinischen Bereich, also die korrekte leitliniengerechte Versorgung der Patienten von der Unfallstelle bis zur Klinikpforte. 24 Medizinstudierende der Universitäten Bochum, Essen und Witten/Herdecke haben den zweitägigen Kurs Ende April im Skills Lab Essen erfolgreich absolviert.

Besonderer Schwerpunkt der Notfallmedizin

„Für uns liegt es nahe, schon angehende Ärztinnen und Ärzte in der Traumaversorgung zu schulen“, erklärt Bastian Brune, Unfallchirurg und Koordinator für Notfallmedizin des BG Universitätsklinikums Bergmannsheil. „Denn als BG Klinik genießt die Notfallmedizin bei uns einen besonderen Stellenwert, zugleich legen wir als Universitätsklinikum großen Wert auf die Lehre.“ Gemeinsam mit Hanjo Groetschel, Anästhesist und ärztlicher Leiter des SkillsLab Essen, hat er den Kurs geleitet, unterstützt von elf Instruktoren. „Studierende kommen mit dem PHTLS-Training bislang kaum in Kontakt; das Bergmannsheil und das SkillsLab haben es den Nachwuchsmedizinern der Universitäten Bochum und Duisburg-Essen zum ersten Mal ermöglicht, in verschiedene Szenarien einzutauchen, um sich auf eine Arbeit als Notarzt vorzubereiten“, sagt Hanjo Groetschel.

Schauspieler stellen Unfallopfer dar

Die Besonderheit des Kurses ist die enge Verzahnung von theoretischen und praktischen Lehrinhalten. So vermittelten die Instruktoren den Teilnehmern die strukturierte Einschätzung von Unfallpatienten gemäß des international etablierten ABCDE-Schemas, demonstrierten besondere Problemlagen der Traumaversorgung zum Beispiel bei Amputations- und Verbrennungsverletzungen und erklärten die „goldenen Prinzipien“ der leitliniengerechten Behandlung. In praktischen Übungen mit Fallbeispielen konnten die Teilnehmer die richtigen Handgriffe und Strategien erlernen und einüben. Bei den simulierten Einsätzen waren Schauspieler mit realistisch geschminkten Wunden beteiligt. Das sorgte für echten Stress bei den Studierenden und versetzte sie in äußerst realistische Szenarien. Zum Abschluss absolvierten die Studierenden eine Prüfung; danach erhielten sie ihr Teilnahme-Zertifikat. Den sehr erfolgreichen Verlauf des ersten PHTLS-Kurses bewerteten die Organisatoren als Bestärkung: „Wir freuen uns sehr über das durchweg gute Feedback der Teilnehmer und wollen dieses Angebot künftig regelmäßig anbieten.“