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Die Mitglieder des hsg-Präsidiums führten die Ministerin auch in die SkillsLabs der Hochschule. Im Bild v.l.n.r.: hsg-Kanzler Werner Brüning, Claudia Determann (Regierungsdirektorin im NRW-Wissenschaftsministerium), Prof. Dr. Kerstin Bilda (hsg-Vize-Präsidentin Forschung), NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen und hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs. Foto: hsg

NRW-Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen zu Besuch

13. April 2018 in Gesundheitscampus, Technologieprojekte

Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, hat am 11. April 2018 die Hochschule für Gesundheit (hsg) in Bochum besucht. Im Rahmen des Antrittsbesuchs der Ministerin hatte das hsg-Präsidium die Gelegenheit, ihr die hsg auf dem Gesundheitscampus Nordrhein-Westfalen vorzustellen, die im Jahr 2009 von der Landesregierung NRW gegründet wurde.

„Wir haben der Ministerin darstellen können, wie dringlich aus unserer Sicht die baldige Überführung der Modell- in Regelstudiengänge ist. Der Deutsche Bundestag hatte im Jahr 2009 die sogenannten Modellklauseln verabschiedet, die die Ausbildung in den Gesundheitsberufen Ergotherapie, Hebammenkunde, Logopädie und Physiotherapie erstmalig auch an Hochschulen ermöglichten. Daraufhin hatte das Land NRW die erste staatliche Hochschule für Gesundheitsberufe in Deutschland gegründet. Im Wintersemester 2010/2011 konnten wir die ersten fünf primärqualifizierenden Bachelor-Studiengänge in den Gesundheitsberufen anbieten – auch der grundständige Studiengang Pflege gehörte dazu“, erinnerte hsg-Präsidentin Prof. Dr. Anne Friedrichs und fügte hinzu: „Mittlerweile sind einige sehr innovative Studiengänge an der hsg hinzugekommen. Für unsere Modellstudiengänge, für unsere Studierenden und Lehrenden, müssen wir aber sehr bald den Modellcharakter beenden.“

Anne Friedrichs betonte, dass das Land NRW mit der Akademisierung und Professionalisierung der Gesundheitsberufe einen wichtigen Beitrag zur Behebung des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen leiste und die hsg entscheidend daran mitwirke. Friedrichs: „Es entwickeln sich neue Berufsfelder, die dabei mithelfen werden, die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung auch in Zukunft sicherzustellen. Unsere Studierenden und unsere Absolvent*innen können diese Entwicklung ganz wesentlich mitgestalten.“

Um einen Einblick in die Forschungsaktivitäten der Hochschule zu erhalten, präsentierte die hsg drei Forschungsprojekte aus dem Bereich Versorgungsforschung und Digitalisierung. „Wir haben mit den Projekten Train2Hear, THERESIAH und RehaBoard Projekte vorgestellt, die sehr anschaulich zeigen, wie digitale Therapiesysteme sinnvoll in eine patientenorientierte Diagnostik und Therapie eingesetzt werden können“, erläuterte Prof. Dr. Kerstin Bilda, Vize-Präsidentin für den Bereich Forschung an der hsg. Die beiden Projekte der Hörgesundheit unterscheiden sich darin, dass es im Projekt Train2Hear um das Training des Hörverstehens geht und im Projekt THERESIAH um das Sprech- und Stimmtraining bei hochgradig Schwerhörigen.

In dem Forschungsprojekt ‚Train2Hear – Teletherapie bei Hörstörungen mittels adaptiver Trainingsmodule‘ entwickelt und erprobt die hsg seit März 2017 in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Klinikum Bochum (St. Elisabeth-Hospital), der Ruhr-Universität Bochum, der Q2Web GmbH und der Kampmann Hörsysteme GmbH ein digitales individualisiertes Hörtraining für Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen.

Das Projekt unter der Konsortialführung von Kerstin Bilda wird über den Leitmarktwettbewerb LifeSciences.NRW (Themenschwerpunkt Medizintechnologie) des Landes NRW mit rund 500.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bis Ende Februar 2020 gefördert. Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Erprobung eines teletherapeutischen Hörtrainings für Menschen mit einer beginnenden Schwerhörigkeit und versorgte Cochlea-Implantat(CI)-Träger. Ein Cochlea-Implantat ist ein elektronisches medizinisches Gerät, das die Funktion der beschädigten Teile des Innenohrs (der Cochlea) übernimmt, um Audiosignale an das Gehirn zu übertragen und dadurch das Hörvermögen von Menschen mit Höreinschränkungen verbessern kann.

Bilda: „Zukünftige Nutzer*innen werden in die Entwicklung des digitalen Hörtrainings kontinuierlich über die gesamte Projektlaufzeit miteinbezogen. Die alltagsnahen Hörübungen sollen sich durch eine adaptive Schwierigkeitsanpassung und Feedback- und Motivationssysteme an das individuelle Leistungsniveau der Patient*innen anpassen. Das individualisierte digitale Hörtraining soll zur Verbesserung des Hörverstehens und der Kommunikationsfähigkeit und damit zur Förderung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beitragen.“

Das Verbundprojekt ‚Digitales Therapiesystem für hochgradig Hörgeschädigte‘ – kurz THERESIAH – starteten die Partner im Februar 2018. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Fachprogramm Medizintechnik in der Projektförderung zum Thema ‚Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung‘ gefördert. Die hsg ist Projektpartner. Kerstin Bilda, hsg-Professorin für Logopädie, leitet das Teilvorhaben ‚Individualisiertes Hör- und Sprachtraining‘ innerhalb des Verbundprojekts. Das Ziel des Projektes ist es, für Menschen mit hochgradiger Schwerhörigkeit, deren Kommunikationsfähigkeit oft durch Artikulations- und Stimmauffälligkeiten eingeschränkt ist, ein digitales Sprech- und Hörtraining zur Aussprachebewertung zu entwickeln. „Die neu zu entwickelnden Softwaremodule zur Spracherkennung bieten ein direktes Feedback und ermöglichen somit ein unabhängiges individualisiertes Sprechtraining“, erläuterte Bilda.

Ebenfalls Kooperationspartner ist die hsg im Projekt ‚RehaBoard: Ein Computerassistenz-System für die Behandlungsplanung bei Gangstörungen nach Schlaganfall‘, das ebenfalls als einer von neun Gewinnern aus dem Leitmarktwettbewerb ‚LifeSciences.NRW 2016‘ hervorgegangen ist. Es hat das Ziel, für Patient*innen mit Gangstörungen nach einem Schlaganfall individuelle und interdisziplinär abgestimmte Therapiemaßnahmen empfehlen zu können. Die Expert*innen werden dabei von einem Computerassistenzsystem unterstützt, das über ‚wenn-dann‘-Simulationen Veränderungen im Gangbild bestimmen kann. So sollen nicht wirksame Maßnahmen vermieden werden. hsg-Physiotherapie-Professorin Dr. Dörte Zietz und Elena Cramer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im hsg-Studienbereich Physiotherapie, stellen im Projekt ihre physiotherapeutische Expertise bereit. „In dem Projekt wirken Expert*innen aus sechs Einrichtungen aus NRW sowie eine Schlaganfall-Selbsthilfegruppe zusammen, da hier das Fachwissen unter anderem aus den Bereichen Neurologie, Orthopädie, Physiotherapie, Orthetik, Mathematik, Informatik und Ingenieurwissenschaften benötigt wird“, erläuterte Dörte Zietz, die der Ministerin ihren Anteil am Projekt vorstellte.


Pressekontakt: Hochschule für Gesundheit – University of Applied Sciences, Gesundheitscampus 6-8, 44801 Bochum, Pressesprecherin Dr. Christiane Krüger, Tel.: +49 (0)234-77727-124, mobil: +49 (0)151 27526542, Mail: Christiane.Krueger(at)hs-gesundheit.de, Web: www.hs-gesundheit.de