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Sechs Stunden geplant stromlos

6. März 2014 in Kliniken

Quelle: Fotoabteilung, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum
Quelle: Fotoabteilung, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum

Notstromaggregate stellen Patientenversorgung sicher

27. Februar, Gongschlag 12 Uhr. Im Keller wird der rote Schalter gedrückt. Prompt ist es dunkel und still, die Brandschutztüren klappen zu. Es surrt und knattert lautstark. Banges Warten. Sekunden später fahren die zwei dieselbetriebenen Notstromaggregate hoch und übernehmen wie geplant die Stromversorgung.

Alle fünf Jahre muss die 10.000 Volt Schaltanlage am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum gewartet werden. In der Vergangenheit geschah das nachts, aber nicht dieses Mal. Parallel zur realitätsgetreuen Simulation eines Stromausfalls wurden bei der Abschaltung auch die dahinterliegende Schaltanlage und Transformatoren überprüft. „Alles lief nach Plan“, sagt Richard Blome, Gruppenleiter Anlagenbetrieb Stadtwerke Bochum Netz GmbH. „Für einen Stromausfall sind wir also gut aufgestellt“, weiß Uwe Paluch, Leiter des Technischen Dienstes am Knappschaftskrankenhaus, der für die Planung und Durchführung verantwortlich war.

Sechs Wochen lang waren er und sein Team damit beschäftigt, wichtige technische Komponenten zu prüfen und mit den Leitern der einzelnen Bereiche alles vorzubereiten, damit eine sichere Patientenversorgung gewährleistet ist. „Und trotzdem war man aufs Höchste angespannt“, sagt Ralf Kornberger, Leiter der IT-Abteilung, der extra noch ein Dieselaggregat besorgen musste, damit auch das sekundäre Rechenzentrum mit Strom versorgt werden konnte. Schließlich werden von Bochum aus auch einige Server und Applikationen für die anderen Knappschaftskrankenhäuser bereitgestellt.
Auch im pflegerischen und ärztlichen Bereich war man gut vorbereitet. „Das OP-Programm wurde um 11 Uhr beendet, sodass es keine planbaren kritischen Maßnahmen nach der Stromabschaltung gab“, berichtet Prof. Dr. Richard Viebahn, Ärztlicher Direktor. Zudem wurde das Knappschaftskrankenhaus bei der Feuerwehr als Notfallklinik abgemeldet. Damit wurden gravierende Notfälle nicht per Rettungswagen und Hubschrauber eingeliefert. Vorkehrungen waren des Weiteren an den vielen Kühlaggregaten und elektrischen Desinfektionsautomaten zu treffen.

Nicht an den Notstrom angeschlossen waren Gebäudeteile auf dem Gelände, in denen Teile der Verwaltung, die MTA-Schule, das Personalwohnhaus, die Bibliothek und das Gästehaus untergebracht sind. Da auch die Küche und Spüle von der Stromabschaltung betroffen waren, wurden den Patienten die Mahlzeiten am Donnerstag ausnahmsweise auf Einmal-Geschirr serviert und zum Mittag gab es nicht wie gewohnt mehrere Menüs zur Auswahl, sondern Gulascheintopf und Kartoffelcremesuppe mit Brötchen oder Würstchen. Beschwerden gab es aber nicht und aber nicht und das, obwohl die Patienten in der Zeit von 12 bis 18 Uhr auch auf Telefon und Fernsehen verzichten mussten. Grund dafür war wohl, dass sich alle Mitarbeiter verstärkt um die Aufklärung der Patienten gekümmert haben und so für Beruhigung sorgen konnten.