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Optimierte Versorgung durch Telematik und Telemedizin

4. März 2014 in Gesundheitscampus, Unternehmen, Veranstaltungen, Wissenschaft

cropped-ztg-logo1Der „Markt der Möglichkeiten“ begeistert mit innovativen Anwendungsbeispielen

Premiere der Veranstaltung „Markt der Möglichkeiten“ in Düsseldorf! Das neue Veranstaltungsformat, das die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH am gestrigen Mittwoch gemeinsam mit ihren Gesellschaftern auf die Beine stellte, lockte rund 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ins Haus der Ärzteschaft. Eindrucksvoll zeigten die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure auf drei Themeninseln, wie Telematik und Telemedizin schon heute zu mehr Qualität und Effizienz im medizinischen Alltag beitragen können. Auch die neue Staatssekretärin im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Hoffmann-Badache, nahm an der Veranstaltung teil und informierte sich über innovative eHealth-Lösungen.

Dass die Telemedizin einen wichtigen Baustein für die medizinische Versorgung bildet, ist für viele längst klar. Wie eHealth-Lösungen in der Praxis umgesetzt werden können,  machte die ZTG gestern gemeinsam mit ihren Gesellschaftern im Haus der Ärzteschaft in Düsseldorf deutlich. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten einen Einblick, wie leistungsfähig Vernetzungstechnologie ist und welchen Nutzen sie im Alltag von Medizinerinnen und Medizinern bereits heute stiften kann. Auf drei unterschiedlichen Themeninseln wurden anhand anschaulich aufbereiteter Anwendungsfälle aktuelle elektronische Kommunikations- und Kooperationslösungen demonstriert. Inhaltliche Schwerpunkte auf den drei Themeninseln waren Telemedizin,  die Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie die berufsgruppenübergreifende Kommunikation. Auch die neue Staatssekretärin im NRW-Gesundheitsministerium, Martina-Hoffmann-Badache, besuchte alle drei Themeninseln. Sie zeigte sich in der anschließenden Podiumsdiskussion sichtlich begeistert von den vorgestellten Lösungen und betonte den offensichtlichen Nutzen für die Patientinnen und Patienten.

Daheim und unterwegs – Mobilität durch Telemedizin

Die Expertinnen und Experten auf Themeninsel 1 stellten telemedizinische Lösungen vor, die die Behandlung von Patientinnen und Patienten erleichtern und optimieren können. Gezeigt wurde der Fall einer 44-jährigen, adipösen Patientin, die nach einem Sturz Probleme mit dem Sprung- und dem Kniegelenk hat. Nach dem zeitnahen und effizienten Austausch von Bild- und Befunddaten  über das Netzwerk des Westdeutschen Teleradiologieverbundes entscheiden sich die behandelnden Ärzte (niedergelassener Unfallchirurg und Krankenhaus) für eine Operation. Auch poststationär können die beteiligten Ärztinnen und Ärzte sich über die Entwicklung der Patientin austauschen (Übermittlung von und mobiler Zugriff auf Bild- und Befunddaten: VISUS Technology Transfer GmbH). Während des postoperativen stationären Aufenthalts wird eine arterielle Hypertonie diagnostiziert. Zur Einstellung der Medikation ist auch nach dem Krankenhausaufenthalt eine regelmäßige Messung des Blutdrucks erforderlich (unterstützende Versorgung durch Telemonitoring mit begleitender Dokumentation in einer Telemedizin-Akte: SVA System Vertrieb Alexander GmbH). Darüber hinaus wird der Patientin empfohlen, ihr Übergewicht zu reduzieren, um weitere gesundheitliche Risikofaktoren zu minimieren (Gewichtsreduktion über die Adipositas App: Sanvartis GmbH).

Hand in Hand – Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten

Wie die Kooperation und Kommunikation zwischen Ärztinnen und Ärzten zum Nutzen der Patientinnen und Patienten IT-unterstützt umgesetzt werden kann, machte Themeninsel 2 anhand von LIVE-Demonstrationen deutlich. Erzählt wurde die Geschichte einer 54-jährigen Herz-Patientin, die nach teleradiologischem Konsil zwischen niedergelassenem Kardiologen und stationär tätiger Herzchirurgin zum Zwecke einer Bypass-OP ins Krankenhaus aufgenommen wird (Bild- und Befunddokumentation über eine elektronische Patientenakte : März Internetwork Services AG). In der poststationären Reha tauchen plötzlich Herzrhythmusstörungen auf. Zur Abstimmung der weiteren Behandlung holt sich die Rehaklinik die intensivmedizinische Expertise via Videokonferenz ein (Live-Videokonferenz zur Demonstration eines Teleintensivmonitorings: Healthcare IT Solut ions GmbH und  Uniklinikum Aachen).  Im Anschluss an den Aufenthalt in der Reha-Klinik wird die Patientin von ihrer Hausärztin und ihrem Kardiologen weiter betreut, die sich über eine sich synchronisierende elektronische Patientenakte mit integriertem Arzneimittelmodul stets über den aktuellen Therapieverlauf informieren (Datenaustausch und -synchronisierung über eine Elektronische Patientenakte: PDE PIE Data Elektronik GmbH).

Hand in Hand – Berufsgruppenübergreifende Kommunikation

Themeninsel 3 veranschaulichte anhand der Geschichte einer multimorbiden, 93-jährigen Patientin, bei der Brustkrebs diagnostiziert wird, welchen Beitrag eHealth für die interdisziplinäre und intersektorale medizinische Versorgung leisten kann. Aufgrund der bestehenden Multimorbidität (Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und weitere) hat sie erhöhten Pflegebedarf. Sie wird direkt bei der Aufnahme ins Krankenhaus in ein IT-gestütztes Entlassmanagement aufgenommen, um die qualifizierte poststationäre Nachsorge durch die berufsgruppenübergreifende Nutzung innovativer IT-Lösungen sicherzustellen (com2health GmbH). Nach der operativen Entfernung des Tumors wird eine ambulante Chemotherapie angeschlossen, betreut durch ein interprofessionelles Versorgungsteam aus Onkologen, dem Hausarzt, dem ambulanten Pflegedienst und weiteren Ärztinnen und Ärzten, die sich über eine gemeinsame medizinische Fallakte und eine IT-Plattform austauschen (Versorgungsmanagement im interprofessionellen Team mit der EFA 2.0: com2health GmbH/ März Internetwork Services AG).  Nachdem bei der Patientin Metastasen der Wirbelkörper und eine Fraktur im Rückenbereich diagnostiziert werden mussten, wird sie in die Palliativstation der Uniklinik Aachen eingewiesen. Nach Stabilisierung der Schmerzsymptomatik wird die weitere wohnortnahe Versorgung geklärt. Mit Hilfe der Palliativakte kann die Patientin im Team versorgt werden. Palliativdaten können im KIS abgebildet und per Tablet-PC direkt am Krankenbett erfasst und abgerufen werden (Uniklinik RWTH Aachen).

Der „Markt der Möglichkeiten“ hat durch seine praxisnahen und nutzerorientierten Anwendungsbeispiele mehr als deutlich deutlich gemacht, dass Telemedizin keine Zukunftsvision ist und bereits heute in der medizinischen Praxis angekommen ist. Veranstalter und Besucherinnen und Besucher sind sich einig: Fortsetzung folgt! Telemedizininteressierte können sich auf der Webseite der ZTG www.ztg-nrw.de über aktuelle Entwicklungen im Bereich Telematik und Telemedizin informieren.