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Irmgard und Siegfried Heimer (Vorstand Heimer Stiftung), Prof. Dr. Matthias Vorgerd (Leiter des Heimer Instituts) und Johannes Schmitz (Geschäftsführer des Bergmannsheils) - Bild: D. Wagner / Bergmannsheil

Heimer Institut für Muskelforschung am Bergmannsheil gegründet

28. März 2014 in Kliniken

Stiftung von Siegfried und Irmgard Heimer unterstützt klinische Forschung

Mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages haben heute die „heimer stiftung“, Bielefeld, und das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil das Heimer Institut für Muskelforschung gegründet. In ihm werden die Forschungsaktivitäten der Neurologischen Klinik des Bergmannsheils zur Muskeldystrophie bzw. Muskelschwund gebündelt: Dabei handelt es sich um die erbliche Form einer Muskelerkrankung, die sich im fortschreitenden Verlust von Muskelmasse und einer zunehmenden Muskelschwäche äußert. Mit regelmäßigen Zuwendungen aus ihren jährlichen Erträgen und Spendeneinnahmen unterstützt die „heimer stiftung“ fortan den Betrieb des Instituts. Leiter des Heimer Institutes wird Prof. Dr. Matthias Vorgerd, leitender Oberarzt der Neurologischen Klinik am Bergmannsheil (Direktor: Prof. Dr. Martin Tegenthoff).

Neue Impulse für die Muskelschwundforschung

„Mit dem neuen Institut wollen wir die Zusammenarbeit zwischen der Klinik und unserer Stiftung auf eine neue Basis stellen“, sagt Siegfried Heimer, Mitbegründer und Vorsitzender der gleichnamigen Stiftung, der selbst an einer Muskeldystrophie leidet. „Bereits in der Vergangenheit haben wir die Muskelschwundforschung am Bergmannsheil auf vielfältige Weise unterstützt, weil die Neurologische Klinik über eine große klinische und wissenschaftliche Expertise bei Muskelerkrankungen verfügt.“ Auch Johannes Schmitz, Geschäftsführer des Bergmannsheils, freut sich über die neue Kooperation: „Stiftungen spielen eine wichtige Rolle für die Unterstützung medizinischer Forschung – gerade wenn es sich um eher seltene Erkrankungen handelt, die nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Wir danken Herrn Heimer und seiner Stiftung für ihr Engagement, um der Muskelschwundforschung neue Impulse zu verleihen.“

Das Heimer Institut für Muskelforschung wird an der Neurologischen Klinik des Bergmannsheils etabliert. Hier werden derzeit rund 1.200 Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen ambulant und stationär versorgt. In einem eigenen Muskellabor werden pro Jahr ca. 200 Muskel- und Nervenbiopsien ausgewertet. Die Klinik leitet zugleich das Muskelzentrum Ruhrgebiet, einen Verbund von Spezialkliniken für die regionale Versorgung von Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen. Sie unterhält langjährige wissenschaftliche Kooperationen mit weiteren nationalen und internationalen Muskelzentren. Das Heimer Institut integriert fortan die vorhandenen Strukturen der Muskelambulanz am Bergmannsheil. Arbeitsgebiete des Institutes sind die Behandlung und Versorgung muskelkranker Menschen und die Forschung im Bereich der Muskeldystrophie. Die „heimer stiftung“ unterstützt den Betrieb des Institutes regelmäßig mit Zuwendungen aus ihren Spendeneinnahmen und Erträgen.

Spezialmikroskope im Wert von mehreren hunderttausend Euro

„Muskelschwund ist derzeit nicht heilbar, deshalb konzentriert sich unsere Arbeit darauf, einerseits neue Therapien auf ihre Wirksamkeit zu prüfen, andererseits die symptomatisch ansetzenden Maßnahmen  für die betroffenen Patienten zu optimieren“, sagt Prof. Dr. Matthias Vorgerd, Leiter des Heimer Institutes. Konkrete Unterstützung leistete die „heimer stiftung“ hierbei durch die Finanzierung von mehreren Spezialmikroskopen, mit denen die Entstehungszusammenhänge von Muskeldystrophien besser erforscht werden können. Neueste Errungenschaft am Bergmannsheil ist ein sogenanntes Live-Cell-Imaging-Mikroskop im Wert von 130.000 Euro: Damit können lebende Zellen über einen bestimmten Zeitraum untersucht und dargestellt werden. Bei krankhaften bzw. abnormen Muskelzellen können die Forscher in Echtzeit verfolgen, wie sich neue Therapien auf die betroffenen Zellen auswirken.

Deutschlandweit rund 100.000 Menschen betroffen

Neuromuskuläre Erkrankungen, die sich in Muskelschwäche oder Muskelschwund äußern, sind äußerst vielgestaltig. Rund 800 verschiedene Krankheitsbilder zählen dazu. Die Symptome reichen von leichten bis schweren Bewegungseinschränkungen bis hin zu Atemaussetzern oder Herzschwäche. Viele Patienten sind auf einen Rollstuhl angewiesen oder versterben frühzeitig. In Deutschland leiden rund 100.000 Menschen an einer solchen Krankheit.