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Welttag der sexuellen Gesundheit: „Noch viel zu tun“

4. September 2013 in Kliniken, Veranstaltungen

Prof. Norbert H. Brockmeyer leitet an der Bochumer Universitätshautklinik das Zentrum für Sexuelle Gesundheit. Seit 2010 ist er Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (DSTIG)
Prof. Norbert H. Brockmeyer leitet an der Bochumer Universitätshautklinik das Zentrum für Sexuelle Gesundheit. Seit 2010 ist er Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft zur Förderung der Sexuellen Gesundheit (DSTIG)

Zum vierten Mal findet am 4. September der Welttag der sexuellen Gesundheit statt. Die World Association for Sexual Health (WAS) hat ihn 2010 begründet. Unter dem diesjährigen Motto „To achieve sexual health, picture yourself owning your sexual rights” werden weltweit Aktionen zur Förderung der sexuellen Gesundheit veranstaltet. Der Fokus liegt dabei auf dem Thema „sexuelle Rechte“, ohne die sexuelle Gesundheit nicht vorstellbar ist.

„In Deutschland haben wir, was das Thema sexuelle Gesundheit angeht, noch viel zu tun“ sagt Professor Norbert Brockmeyer, der an der Bochumer Uniklinik das Zentrum für sexuelle Gesundheit leitet. „Es gibt zwar bereits medizinische, therapeutische und Beratungs-Angebote, doch eine umfassende und ganzheitliche Versorgung findet bislang kaum statt“.

Sexuelle Rechte – für Alle!

Ein wichtiges Ziel, auf das der Welltag zur sexuellen Gesundheit aufmerksam macht, ist die Wahrung von sexuellen Rechten, und das weltweit. Dies gilt zum Beispiel für Homosexuelle, die in vielen Ländern wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt werden und die sich deshalb nicht ausreichend vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen können. Das gilt auch für die Frauen, die über ihre Sexualität nicht selbst bestimmen können, sondern Opfer von sexualisierter Gewalt werden – wie es die Medien zuletzt am Beispiel von Indien zeigten.

„Auch in Deutschland sind sexuelle Rechte noch nicht für alle Menschen verwirklicht“, erklärt Brockmeyer, der als Präsident der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) darauf hinweist, dass die Versorgung von Menschen mit sexuell übertragbaren Infektionen vielerorts lückenhaft ist. Das Katholische Klinikum Bochum, die DSTIG und die Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit (GSSG) begrüßen es anlässlich des Aktionstages, dass Ärztinnen und Ärzte unterschiedlicher Fachrichtungen künftig besser zum Thema sexuelle Gesundheit ausgebildet werden sollen.

Sexuelle Gesundheit – auch in der Sexarbeit!

Der Zugang zu medizinischer Versorgung und Beratung ist insbesondere für Menschen, die in der Sexarbeit, zum Beispiel als Prostituierte arbeiten, erschwert. Vor welchem rechtlichen Hintergrund hier agiert werden muss und welche Herausforderungen es zu bewältigen gilt, wird im Rahmen des Fachtages zur Sexarbeit und STI-Forschung diskutiert, der am 8. und 9. November in Köln stattfindet. An zwei Tagen werden wissenschaftliche Aspekte und praktisches Wissen zur Sexarbeit und STI-Forschung vermittelt.

Die Anmeldung ist online möglich: http://dstig.de/kongresse/dstig-special-2013.html.