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„Ich denke, also gehe ich!“

17. Januar 2013 in Gesundheitscampus, Technologieprojekte, Unternehmen, Veranstaltungen, Wissenschaft

SNAP GmbH informiert über Projekt zur innovativen Prothesenentwicklung

Beinprothesen, die durch die Nervenimpulse des Patienten gesteuert werden, das ist das Arbeitsgebiet der SNAP GmbH. Daher lautet der Leitspruch der Entwickler und seiner Projektpartner auch „Ich denke, also gehe ich!“
Die Gruppe arbeitet an neuartigen Prothesen für die unteren Extremitäten, welche durch Nervensignale des Gehirns gesteuert werden. Am 16.01.2013 stellte sie im Rahmen eines Neujahrsempfangs der interessierten Fachöffentlichkeit die Zwischenergebnisse des Projekts im BioMedizinZentrum Bochum vor.

Das Projekt „Versuchsstand zur Entwicklung von sensorbasierter neuronal-adaptiver Prothetik“ wird gefördert mit Mitteln des Landes NRW und der EU. Der weltweit führende Versuchsstand von SNAP ermöglicht es, Ganganalysen durchzuführen und gleichzeitig Messungen von Gehirnströmen (EEG) vorzunehmen. Damit können Muster im Gehirn identifiziert werden, welche zukünftig zur Steuerung von Prothesen genutzt werden. Hierdurch sollen Patienten, welche solche Prothesen nutzen, völlig intuitiv Bewegungen durchführen können und somit eine deutlich verbesserte Lebensqualität erreichen, so die Vision des SNAP-Teams.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. „Zurzeit arbeiten wir an der Identifizierung von so genannten neuronalen Fingerprints, welche wir verlässlich zur Steuerung von Prothesen nutzen können. Die hierfür nötigen EEG-Messungen an Probanden und später an Patienten durchzuführen, ist eine der Kernaufgaben unseres Versuchsstandes“, so Prof. Dr. Hartmut Weigelt, wissenschaftlicher Leiter der SNAP GmbH.

Im Anschluss an die dreijährige Projektlaufzeit gilt es, ein Geschäftsmodell zur Weiterführung der Aktivitäten zu etablieren. Hierzu ist Uwe Seidel, Geschäftsführer der SNAP GmbH auf der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern, welche den Versuchsstand nutzen möchten. „Unsere Einrichtung kann zukünftig sowohl von der Industrie – z.B. von Prothesenherstellern –, als auch von Wissenschaftlern und Ärzten genutzt werden. Er eignet sich für unterschiedlichste Fragestellungen der rehabilitativen Prothetik.“

Die städtische Entwicklungsgesellschaft Ruhr Bochum mbH (EGR) unterstützt das Projekt bereits seit der Planungsphase. Paul Aschenbrenner, Geschäftsführer der EGR, ist überzeugt: „Die Gesundheitswirtschaft ist eine Schlüsselbranche für die wirtschaftliche Entwicklung Bochums. Insbesondere in der Prothetik sehen wir große Potenziale für die Zukunft des Standortes, weshalb wir Technologietransferplattformen wie SNAP aktiv unterstützen.“

Fakten zum Projekt:

Projektpartner:

  •   Ruhr-Universität Bochum (Lehrstuhl für Maschinenelemente und Konstruktionslehre, International Graduate School for Neuroscience)
  •   Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum mbH (EGR)
  •   Fachhochschule Münster (Labor für Biomechanik)
  •   RIF e.V. – Institut für Forschung und Transfer
  •   Sensor Basierte Neuronal Adaptive Prothetik GmbH (SNAP)

 

Projektlaufzeit: Juni 2011 – Mai 2014

Ansprechpartner:

Uwe Seidel
Geschäftsführer SNAP GmbH
Universitätsstr. 136
44799 Bochum
Tel.: 0234 38877711
E-Mail: u.seidel@snap-gmbh.com