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Das elektronische Meldeverfahren

30. Juli 2013 in Gesundheitscampus, Technologieprojekte, Wissenschaft

ZTG geht wichtigen Schritt zur Verbesserung der Informationslage bei ansteckenden Krankheiten

Marlies Röder (Mitte) von der Bezirksregierung Arnsberg übergab einen Förderbescheid an Prokuristin Beatrix Reiß und Projektleiter Lars Treinat vom Zentrum für Telematik und Telemedizin (ZTG). Bildquelle: Bezirksregierung Arnsberg

Ein besserer Informationsfluss bei Erkrankungswellen ist das zentrale Ziel des geplanten elektronischen Meldeverfahrens, das vom Zentrum für Telematik und Telemedizin (ZTG) in Bochum koordiniert wird. Mit Hilfe einer Förderung der Bezirksregierung Arnsberg soll nun im Rahmen des elektronischen Meldesystems der Informationsfluss zwischen Laboren und Gesundheitsämtern bei Erkrankungswellen optimiert werden.

Die ZTG Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH koordiniert seit Jahren im Rahmen der Landesinitiative eGesundheit.nrw die Einführung von Telematik- und Telemedizinanwendungen für das Gesundheitswesen in Nordrhein-Westfalen. Hierbei ist das zentrale Ziel moderne Informations- und Kommunikationstechnologien – wie etwa das Heilberuferegister oder die elektronische Patientenakte – in das Gesundheitswesen einzuführen. Der flächendeckende Einsatz moderner Telematik soll die Qualität der Behandlung auch bei begrenzten Ressourcen sichern und Transparenz fördern. Marlies Röder, zuständige Mitarbeiterin im Dezernat für Öffentliche Gesundheit: „Die Arbeit des ZTG auf dem Gebiet der Telematik ist auf Länderebene einzigartig. NRW spielt in diesem Bereich des Gesundheitswesens eine Vorreiterrolle.“

Mit dem geplanten elektronischen Meldeverfahren – ebenfalls koordiniert von der ZTG – soll nun ein besserer Informationsfluss bei Erkrankungswellen gewährleistet werden. Labore können zukünftig personenbezogene Untersuchungsergebnisse bei akut auftretenden Erkrankungswellen schnellstens an die Gesundheitsämter übermitteln. Dass dies erforderlich ist, haben zuletzt Fälle wie zum Beispiel der Ausbruch des EHEC-Erregers (2011) gezeigt. Denn oft gehen durch umständliche Übermittlungswege und vermeidbare Medienbrüche Informationen und wertvolle Zeit verloren. Um Infektionswellen zügig einzudämmen, ist jedoch ein schneller und umfassender Kommunikationsfluss dringend erforderlich.

Das elektronische Meldeverfahren soll hier für eine deutliche Verbesserung sorgen. „Das Meldeverfahren soll Vorbildcharakter für einen späteren landesweiten Ausbau eines solchen Systems haben“, sagt Projektleiter Lars Treinat vom ZTG. Projektpartner sind das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (ISST), die Hochschule Niederrhein (HSN), das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss und das Gesundheitsamt der Stadt Bochum. Und: Wenn das Meldesystem entwickelt ist, kann es auch in ein vom Robert-Koch-Institut (RKI) geplantes System integriert werden.