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St. Josef-Hospital sucht Freiwillige für neue Schuppenflechte-Therapie

20. Februar 2012 in Kliniken, Wissenschaft

Für Patienten aus der Region mit einem schwierigen Verlauf einer Schuppenflechte (Psoriasis) gibt es mittelfristig eine neue Perspektive: Für eine Therapiestudie unter ärztlicher Leitung mit neuen Medikamenten sucht die dermatologische Universitätsklinik am Bochumer St. Josef-Hospital ausschließlich Patienten ab 18 Jahren mit mittelgradig bis schwer ausgeprägter Schuppenflechte.

Im Mittelpunkt der über einen Zeitraum von einem Jahr laufenden Forschungsarbeit steht die klinische Erprobung mehrerer neuer Medikamente zur Behandlung der Psoriasis vulgaris. Forschungsleiter Prof. Dr. Peter Altmeyer: „Wir erhoffen uns für viele unserer wirklich körperlich und psychisch stark leidenden Patienten eine deutliche Besserung der zum Teil schweren Hauterkrankung“.

Das Projekt ist Teil eines Studienpaketes zur Entwicklung neuer, moderner Medikamente bei der Psoriasis, den so genannten Biologicals. Dabei handelt es sich um Medikamente, die gezielt bestimmte Botenstoffe des Immunsystems beeinflussen. Interessierte melden sich unter der Rufnummer 0234 / 509-3437. Fahrtkosten werden bei Studieneinschluss erstattet. Die Klinik für Dermatologie am St. Josef-Hospital ist unter der Leitung von Direktor Prof. Dr. Peter Altmeyer seit 1985 bundesweit anerkanntes Schwerpunktzentrum für die Diagnose und Behandlung der Schuppenflechte. An dieser Klinik der Ruhr-Universität Bochum wurden zahlreiche Therapien begründet und entwickelt.

Hintergrund

Die Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) gehört zu den häufigsten Hauterkrankungen. Rund 3 Prozent aller Mitteleuropäer sind betroffen. In Deutschland sind 1,6 Mio. Menschen erkrankt, in über 90 % der Fälle chronisch. Man unterscheidet die Typ-1-Psoriasis (erblich veranlagt und mit schwererem Verlauf) und die Typ-2-Psoriasis (ohne Vererbung, meist leichter Verlauf). Die häufigste Form ist die chronisch-stationäre Psoriasis, es gibt jedoch auch eine Psoriasis der Kopfhaut, der Hände und Füße, der Nägel, der großen Körperfalten, der Genitoanalregion und eine akute Form nach bakteriellen Infektionen mit tropfenförmiger Aussaat. In seltenen Fällen, z.B. bei Befall der gesamten Haut oder bei generalisierten pustulösen Formen kann die Erkrankung sogar lebensbedrohlich sein. In den letzten 10 Jahren wurden wegweisende neue Behandlungen erforscht. Eingeteilt werden sie in die pflegende Basistherapie (mit Harnstoff- oder Salicylsäure-Präparaten), lokale Behandlung (meist mit Glukokortikosteroiden oder Vitamin-D-Präparaten), Lichttherapie (UV mit Solebädern) und Systemtherapie (meist mit Fumarsäurestern). Bei ausbleibender Heilung oder starken Nebenwirkungen in der Standardtherapie stehen neuerdings Biologicals zur Verfügung. Dabei handelt es sich um Wirkstoffe, die bestimmte Entzündungsreaktionen auf Zytokinebene unterdrücken können.