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Biobank: Der Mensch als Ganzes

22. Februar 2012 in Unternehmen, Wissenschaft

Verbesserte Diagnose durch neue Software – Proteom-Center der RUB kooperiert mit IT-Unternehmen


Mit einer neuen Biodatenbank in Richtung Zukunft: Das Medizinische Proteom-Center (MPC) der Ruhr-Universität Bochum sieht den Menschen in seiner Gesamtheit – von der einzelnen Zelle bis hin zum ganzen Organismus. Die Mitarbeiter des Instituts, das zu den führenden Einrichtungen im Bereich der personalisierten Medizin gehört, analysieren und identifizieren Proteine. Auf diesem Weg gewinnen sie wichtige Erkenntnisse über die zellulären Veränderungen, die bei Erkrankungen auftreten. Bisher entstand dabei eine Datenflut, die zu groß war, um sie sinnvoll zu verwalten. Eine Wissensdatenbank namens CentraXX, auf die das MPC in einer Kooperation mit der Kairos GmbH jetzt Zugriff hat, löst das Problem.

Bessere Diagnosen durch den Vergleich von Biomarkern

Ziel ist es, die Gesamtheit aller Proteine des Gewebes einer Person zu einem festgelegten Zeitpunkt zu bestimmen. Diese Proteinmuster sollen als Biomarker den Vergleich von jungem und altem, gesundem und krankem Gewebe ermöglichen. Dadurch kann man Krankheitszustände besser erkennen und zielgerichteter Behandlungsmaßnahmen entwickeln. CentraXX soll den Umgang mit den so gewonnenen Informationen vereinfachen.
„Damit wird die Biobank zur Wissensbasis. Erstmalig ist ein Bezug zwischen Patienten und deren krankheits- und personenspezifischen Parametern durch logisches Verknüpfen über die Wissensdatenbank möglich“, sagt Prof. Dr. Helmut E. Meyer, Leiter des MPC.

Verbesserung von Koordination und Therapie

Das IT-System erfüllt zwei verschiedene Aufgaben. Zum einen dient es der Koordination aller beteiligten Ärzte. Diese können alle Patientendaten an einer zentralen Stelle einpflegen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufrufen. Die Identitätsmerkmale des Betroffenen werden hierbei gegen Pseudonyme vertauscht. Darüber hinaus hilft das System bei der Entscheidung für die richtige therapeutische Maßnahme. Alle gespeicherten Informationen werden erfasst und liefern somit die nötige Wissensbasis. „Idealerweise wächst die Faktenbasis mit jeder untersuchten Probe an und führt zu einer sich stetig verbessernden Unterstützung bei der Therapieentscheidung“, erläutert Martin Zünkeler, Geschäftsführer der Kairos.

Einsatz in zwei Projekten

Durch die Zusammenarbeit mit dem MPC möchte man CentraXX weiterentwickeln und den Bedürfnissen der Wissenschaftler anpassen.
Derzeit setzt das Institut die Datenbank bei zwei verschiedenen Projekten ein: PROFILE und ParkCHIP, beide finanziert vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung. PROFILE befasst sich mit akuten und chronischen Leberkrankungen, ParkCHIP hingegen dient der Entwicklung eines Testverfahrens für das Parkinson-Syndrom. Es geht darum eine bessere Früherkennung zu ermöglichen, Kosten im Gesundheitssektor zu senken und beispielsweise unnötige Transplantationen zu verhindern.

Weitere Informationen

PD Dr. Christian Stephan, Medizinisches Proteom-Center an der Ruhr-Universität Bochum, 0234/32-29288, christian.stephan@rub.de