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Auf dem Weg zum Designerbaby?

23. Juli 2012 in Wissenschaft

RUB-Mediziner bezieht Stellung zu Potenzial und Konsequenzen von Genanalysen Prof. Dr. Jörg Epplen: Keine Garantie für gesunde Kinder

Prof. Dr. Jörg Epplen

Erbkrankheiten wie Trisomie 21 lassen sich inzwischen sicher im Blut der Mutter nachweisen. 90 % aller Feten mit dieser Besonderheit werden abgetrieben. Mit den wissenschaftlichen Fortschritten auf dem Gebiet der Genetik wird es immer einfacher, auch andere drohende Behinderungen per Bluttest nachzuweisen. Kommen bald nur noch gesunde Kinder zur Welt, weil alle übrigen Schwangerschaften abgebrochen werden? Prof. Dr. Jörg Epplen vom Lehrstuhl für Humangenetik der Ruhr-Universität Bochum bezieht Stellung zu dieser Frage, erklärt die Konsequenzen der immer besser werdenden genetischen Analysen und rät dringend, dass Beratungsangebot für Schwangere auszubauen. Er sagt: Auch mit modernster Technik gibt es keine Garantie für ein gesundes Kind. Eine ausführliche Stellungnahme steht zum Download bereit unter: http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2012/pm00250.html.de

Über den Forscher

Prof. Epplen studierte Medizin an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, wo er sich 1977 promovierte. Von 1980 bis 1983 arbeitete er am City of Hope Research Institute in Kalifornien. Anschließend leitete er die Nachwuchsgruppe Krebsforschung am MPI Immunbiologie in Freiburg und die Arbeitsgruppe Molekulare Immunologie am MPI Psychiatrie in München. Seit

1991 hat er die Professur für Humangenetik an der Ruhr-Universität Bochum inne, wo speziell geschulte Ärzte eine genetische Beratung anbieten: Sie schätzen das Risiko für eine Erbkrankheit ein und klären über deren Verlauf und Folgen sowie Möglichkeiten zur Diagnostik und Behandlung auf. Auch die gegebenenfalls notwendigen Genanalysen werden am Lehrstuhl durchgeführt.

Ein Forschungsschwerpunkt von Prof. Epplen liegt auf der Huntington-Krankheit; er ist Mitglied des 1993 gegründeten Huntington Zentrums NRW.