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Traumanetzwerk Ruhrgebiet gegründet

8. April 2011 in Kliniken

28 Traumazentren im Ruhrgebiet beteiligt – Schnellere Behandlung von Unfallopfern

Startschuss für das Traumanetzwerk Ruhrgebiet: Mit einem Festakt läuteten Unfallchirurgen aus dem Ruhrgebiet den offiziellen Start für ein Netzwerk zur Behandlung von Unfallopfern am 7. April in der Zeche Zollverein in Essen ein. „Das Netzwerk will eine bedarfsgerechte und schnelle Versorgung schwerverletzter Patienten gewährleisten. Jedem verunfallten Patient wird binnen 30 Minuten garantiert, in eine auf schwere Traumata spezialisierte Klinik erstversorgt und behandelt zu werden“, erläuterte PD Dr. Sven Lendemans, Klinik für Unfallchirurgie am UK Essen und Koordinator des „Traumanetzwerks Ruhrgebiet“.

An dem Traumanetzwerk – dem größten in Deutschland – beteiligt sind insgesamt vier überregionale, sechs regionale und 18 lokale Traumazentren von Duisburg bis Dortmund. „Mit der Gründung des Zentrums wollen wir dem Ziel näher kommen, durch eine verpflichtende Erstbehandlung, Dauerfolgen von schweren Verletzungen zu minimieren. Neben besseren organisatorischen Abläufen möchten wir zudem auch die Kommunikation zwischen den Krankenhäusern deutlich verbessern“, ergänzt der stellvertretende Sprecher des Traumanetzwerks Ruhrgebiet Dr. Lemke aus der Unfallchirurgie der Kliniken Dortmund und ärztlicher Leiter Rettungsdienst. Neben den Unfallkliniken sind daran auch die Rettungsdienste aus dem gesamten Ruhrgebiet beteiligt.

Nach den Vorgaben des „Weißbuches“ der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie verfügen alle beteiligten Kliniken über eine selbständige Abteilung für Unfallchirurgie. So arbeiten die lokalen und regionalen Traumazentren sehr eng mit den vier überregionalen Traumazentren (BG-Klinik Duisburg, Universitätsklinikum Essen, Universitätsklinikum Bergmannsheil zusammen mit dem Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer sowie dem Klinikum Dortmund-Klinikzentrum Nord) zusammen. „Gerade Unfallpatienten sind auf eine qualitativ hochwertige und reibungslos funktionierende Versorgung angewiesen. Ein Blick in das Unfallregister zeigt, dass bei bereits bestehenden Unfallnetzwerken die Sterblichkeit der betroffenen Patienten gesenkt werden konnte“, so Sven Lendemans.

Mit der Gründung des Traumanetzwerkes wollen die Unfallchirurgen auch die vorhandenen Strukturen und Ressourcen in den Krankenhäusern verbessern. So halten die überregionalen Traumanetzwerke schon jetzt eine Vielzahl von ärztlichen Disziplinen wie Neurochirurgie und Allgemeinchirurgie vor, verfügen über einen Hubschrauberlandeplatz, haben zur Erstdiagnostik eine Computertomographie und halten einen technisch hochwertigen Schockraum und in der Nähe einen Operationssaal zur Erstversorgung der Patienten vor.

Durch eine gelebte Netzwerkstruktur können so Großschadensereignisse aber auch Patientenaufnahmen und Weiterverlegungen bei Kapazitätsmangel in Zukunft besser koordiniert werden.